Der Brombachsee: Ein See auf dem Reißbrett

Am 16. Juli 1970 fasste der Bayerische Landtag einen Beschluss, der das südliche Mittelfranken nachhaltig verändern sollte: Auf dem Reißbrett entstand das Neue Fränkische Seenland, ein touristisches und wasserwirtschaftliches Projekt mit bis dato einzigartigen Ausmaßen in Deutschland. Binnen 30 Jahren verwandelte sich die landwirtschaftliche geprägte Region zwischen Gunzenhausen, Spalt und Roth in eine Seenlandschaft.

Der Hauptgrund für den Bau des Fränkischen Seenlandes war ein wasserwirtschaftlicher. Mit den Stauseen wollte die Staatsregierung dem regenarmen Norden Bayerns mehr Wasser zuführen, gleichzeitig sollten Altmühlsee und Brombachsee die einst verheerenden Hochwasser der Altmühl auffangen.

Als positiven Nebeneffekt erhoffte man sich eine touristische Erschließung des ehemals ländlich geprägten und strukturschwachen Gebiets. Und so wurden binnen 30 Jahren aus Äckern, Wiesen, Wäldern und Sandgruben großflächige Seen.

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1972 wurde der Zweckverband Brombachsee als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründet. Mitglieder sind die heutigen Seeanliegergemeinden Absberg, Haundorf, Pfofeld, Pleinfeld und Spalt sowie die Stadt Gunzenhausen, die Landkreise Weißenburg-Gunzenhausen und Roth und der Bezirk Mittelfranken.

Der Verband soll gemäß der Satzung im Namen des Freistaats Bayern „den Brombachspeicher für die Erholung der Bevölkerung erschließen“. Das fängt bei der Bauleitplanung in den entsprechenden Gebieten an und geht über die Unterhaltung des Straßen- und Wegenetzes bis hin zum Betrieb von Freizeiteinrichtungen. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Abwasserbeseitigung rund um den Brombachsee über die zentrale Kläranlage.

Aufgaben des Zweckverbands

Die Entstehung des Brombachsees

Kleiner Brombachsee, Igelsbachsee und Großer Brombachsee sind durch zwei Vorsperren voneinander abgetrennt und bilden zusammen den Brombachsee. Er ist mit über 150 Millionen Kubikmetern Wasser und einer Oberfläche von 12,1 Millionen Quadratmetern nach dem Forggensee im Allgäu der zweitgrößte Stausee Deutschlands.

Baubeginn für das gigantische Vorhaben war der 4. Juli 1974 mit dem Stollenanschlag für den Überleiter zwischen Altmühlsee und Brombachsee. Auf fast drei Kilometern verläuft dieser Überleiter in einem unterirdischen Stollen.

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Am 1. August 1986 übergab der damalige Bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß die neu geschaffenen Gewässer Kleiner Brombachsee, Igelsbachsee und Altmühlsee offiziell ihrer Bestimmung. Die Einweihung des Großen Brombachsees erfolgte erst 14 später durch Edmund Stoiber. Alleine die Flutung des 8,7 Quadratkilometer großen und bis zu 32 Meter tiefen Sees hatte mehrere Jahre gedauert.

Insgesamt mussten dem See elf Mühlen weichen. Das Talsperren-Neubauamt, das eigens für das Großprojekt „Fränkisches Seenland“ gegründet wurde, kaufte die Grundstücke und Gebäude und riss sie ab. Einzig die Mandlesmühle direkt unterhalb des großen Hauptsperrdamms blieb erhalten; sie wurde saniert und beherbergt heute das Seenland-Informationszentrum.

Seenland-Infozentrum Mandlesmühle

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